Bildhauerei und Skulpturen

Bildhauerei und Skulpturen

Die Bildhauerei beschreibt eine Kunstform, die vor allem in der Renaissance und im Barock, aber auch im frühen Mittelalter und bei den alten Römern und Ägyptern von großer Wichtigkeit war. Das Besondere ist, dass das Wort „Bildhauerei“ so viele verschiedene Aspekte einer Kunstform beschreibt, obwohl es eigentlich hauptsächlich als das künstlerische Arbeiten mit Stein verstanden wird.

Bildhauerei: mehr als nur Steine

Schon im 18. Jahrhundert beschrieb Johann Georg Krünitz die Bildhauerei in seiner Enzyklopädie als die Kunstform, die Bilder aus Materialien durch Hauen, Schnitzen, Graben und Schneiden herausarbeitet. Heutzutage umfasst die Bildhauerei sogar auch das Modellieren von Skulpturen und beschreibt somit alle Kunstformen, bei denen eine oder mehrere Materialien zu einem dreidimensionalen Objekt bearbeitet werden. Außerdem wird das Wort „Bildhauerei“ in manchen Teilen Deutschlands, in großen Teilen Österreichs und in Teilen der Schweiz synonym für das fertige Kunstwerk genutzt – man sagt also zum Beispiel „eine schöne Bildhauerei“ statt „eine schöne Statue“.

Die verschiedenen Epochen der Bildhauerei

Genau wie bei der Malerei gibt es auch bei der Bildhauerei verschiedene Epochen, in die die Werke und Stile der Bearbeitung eingeordnet werden. Dabei unterscheidet man hier jedoch nicht nach Farbauftrag oder ähnlichem, sondern nach der Detailtreue, den verwendeten Materialien und dem verwendeten Werkzeug. So ist zum Beispiel eine der berühmtesten Statuen der Renaissance, der David von Michelangelo, geprägt von der detailreichen Ausarbeitung der einzelnen Körperteile und den glatten Oberflächen, die die Statue fast lebensecht erscheinen lassen. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Skulpturen aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, die oft nur schemenhaft an einen Menschen erinnern und durch ihre grobe Struktur und die langen Glieder extrem verzerrt und ungewohnt wirken. Dazu kommt, dass diese Statuen oft aus Kupfer oder Messing geschaffen wurden, ein sehr weiches Metall, das in starker Juxtaposition zu den kantigen, harten Oberflächen steht.

Ein weiteres Beispiel für moderne Bildhauerei ist auch das Holocaust-Mahnmal in Berlin: Reihe um Reihe läuft der Besucher an großen Betonklötzen vorbei, die ein Gesamtkunstwerk ergeben und alle im Einzelnen erschaffen wurden. Durch die Art der Kunst gelten diese Betonwürfel ebenfalls als Bildhauerei – auch wenn sie vielleicht nicht gehauen oder geschnitzt, sondern „nur“ gegossen wurden.

Bildhauerei hat viele Facetten

Letztendlich bleibt als Fazit vor allem eines zu sagen: Bildhauerei ist keine einfache Kunstart, bei der Stein zu einer Statue bearbeitet wird. Die Bildhauerei ist ebenso vielseitig und spannend wie alle anderen Formen der Kunst, sei es die Musik, das Schauspiel oder die Malerei.