Architektur

Architektur

Wenn es um Kunst geht, denken viele vor allem an Malerei und andere bildende Künste. Was viele nicht bedenken: es gibt eine Form der Kunst, die uns tagtäglich begegnet und die wir tagtäglich wahrnehmen – die Frage ist nur, ob bewusst oder unbewusst. Die Rede ist natürlich von der Architektur.

Architektur: die Kunst des Häuslebauens

Auf den ersten Blick erkennt man die meisten Gebäude nicht unbedingt als Kunstwerk. Vor allem zweckmäßige Bauten wie die berühmten Plattenbauten des sozialistischen Regimes zu DDR-Zeiten sind ein gutes Beispiel für die Art von Bauwerk, bei der einem das Wort „Baukunst“ nur sehr schwer über die Lippen kommen mag – auch wenn es Leute geben mag, die hier von einer besonderen Form des Brutalismus schwärmen und eine Art Nostalgie für den sozialistischen Baustil der Tristesse haben. Schaut man jedoch auf Gebäude wie das Opernhaus in Sydney oder das Empire State Building in New York, kann man schon eher erkennen, warum man von „Baukunst“ spricht. Und spätestens bei Gebäuden von Architekten wie Frank Gehry, der unter anderem das Kunstmuseum in Bilbao oder das Stata Center in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts entworfen und gebaut hat, wird klar, dass Architektur deutlich mehr ist als das Entwerfen und Bauen von zweckmäßigen Wohn- und Bürogebäuden.

Was bedeutet Architektur eigentlich?

Dass Architektur eine Form der Kunst ist wird spätestens dann klar, wenn man sich die Herkunft des Wortes aus dem Lateinischen und Altgriechischen anschaut. Denn sowohl das lateinische „architectura“ als auch das altgriechische „architektonía“ (ἀρχιτεκτονία) bedeuten so viel wie „Die Kunst des Bauens“. Dabei ist es egal, ob das dabei entstandene Werk ein zweckmäßiger, grau in grauer Plattenbau in Mecklenburg-Vorpommern ist, oder ein kunstvoll gestalteter Palast wie das Taj Mahal in Indien. In beiden Fällen werden dem Architekten Kenntnisse abverlangt, die ein normaler Mensch nicht unbedingt mit sich bringt. Hier geht es um Statik, räumliches Verständnis und auch ein bisschen BWL. Man braucht Mathematik, Geometrie und ein gewisses Maß an Ästhetik, um ein Gebäude zu entwerfen, zu planen und zu bauen. Und, egal ob Bürogebäude, Wohnkomplex oder Museum, ein Architekt verleiht jedem Gebäude – zumindest zu einem gewissen Grad – seine persönliche Note.

Betrachtet man den Beruf des Architekten in diesem Licht, so wird beim nächsten Spaziergang durch die Stadt auch einiges an altbekannten Gebäuden in einem neuen Licht erscheinen – probieren Sie es mal aus!